Pressemitteilung: Fachkräfte und Auszubildende sind das Topthema für kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

In einer aktuellen Umfrage von 506 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich: Die Herausforderungen bei der Rekrutierung und Bindung von Fachkräften stehen, wie in den letzten Jahren, im Vordergrund der unternehmerischen Überlegungen. Dies zeigt sich im Whitepaper „Zukunftsthemen und Unterstützungsbedarfe der KMU in MV im Jahr 2024“, das die Ergebnisse einer umfassenden telefonischen Befragung zusammenfasst. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) sind hingegen offenbar keine aktuell relevanten Themen. Für Dreiviertel der befragten Unternehmen spielt die Digitalisierung keine entscheidende Rolle in ihren Plänen, und lediglich vier Prozent planen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Die Unternehmen wurden unter anderem dazu befragt, welchen Zukunftsthemen sie sich im Jahr 2024 widmen werden, inwieweit sie sich bei deren Bearbeitung Unterstützung wünschen und welchen Stellenwert ein Energiemanagement bei ihnen einnimmt. Zukunftsthemen wurden hierbei definiert als Herausforderungen und Entwicklungsthemen, deren Bewältigung aus Sicht eines Unternehmens entscheidend dafür ist, ob es (auch) zukünftig erfolgreich ist.

Zukunftsthemen, die im direkten Zusammenhang mit Menschen stehen, beschäftigt 70 Prozent und damit den größten Anteil der Unternehmen. Hierbei dominieren das Finden und Halten von Fachkräften (66 Prozent) und von Auszubildenden (57 Prozent). Laut der Daten betrifft das Fachkräfteproblem insbesondere die Branchen Gastgewerbe und Tourismus (87 Prozent), Gesundheit und Soziales (85 Prozent), Einzelhandel (79 Prozent), Handwerk (77 Prozent) und Industrie und verarbeitendes Gewerbe (73 Prozent). Dabei fällt auf, dass Unternehmen aus dem Handwerk und der Industrie vorhaben, das Thema größtenteils eigenständig zu bearbeiten, während Unternehmen aus den anderen Branchen eher externe Unterstützung nutzen wollen oder sich eine solche Unterstützung wünschen.

Den kleinsten Anteil haben Zukunftsthemen mit digitalem Bezug: 25 Prozent der Unternehmen wollen ein solches in diesem Jahr angehen. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind es 4 Prozent. Branchen, die bei digitalen Zukunftsthemen über dem Durchschnitt liegen sind zum Beispiel der IT-Bereich (88 Prozent), die Industrie und das verarbeitende Gewerbe (55 Prozent) oder auch das Grundstücks- und Wohnungswesen (43 Prozent). Bei der Umsetzung der digitalen Zukunftsthemen nutzt ein Großteil der Unternehmen, unabhängig von ihrer Branche, externe Unterstützung.

Die Erhebung wurde im Rahmen des Projektes Regionales Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern + (ZMV+) im November 2023 unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Schmidt vom Lehrstuhl Gesundheit und Prävention der Universität Greifswald durchgeführt. Die Ergebnisse liefern dem Projekt und anderen Unterstützungsakteuren im Land Einblicke, was sich Unternehmen für das Jahr 2024 vorgenommen haben und inwieweit sie eigenständig bzw. unter Zuhilfenahme von Unterstützung vorgehen wollen.

„Die Daten passen in großen Teilen zu unseren persönlichen Erfahrungen aus dem Kennenlernen und Beraten von Unternehmen: Wir erleben zwar einen hohen Bedarf, das Thema Künstliche Intelligenz zu begreifen und die Bedeutung für das eigene Unternehmen oder die Branche zu verstehen. Das resultiert allerdings in den wenigsten Fällen in konkreten Veränderungsprojekten“, so Dr. Jan Vitera; Leiter des Teams Zukunftsberatung.

Unternehmen, die sich Unterstützung für ihre Zukunftsthemen wünschen, können auf verschiedene Angebote des Zukunftszentrums zugreifen. Unter anderem bietet der Lehrstuhl Gesundheit und Prävention an der Universität Greifswald eine Zukunftsberatung. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Rostock arbeitet er mit Unternehmen zu einem breiten Spektrum an Beratungsanfragen, das personalbezogene, strukturelle, prozessuale und digitale Anliegen umfasst.
Das Projekt Regionales Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern + (ZMV+), unter Leitung der Universität Rostock, wird im Rahmen des Programms „Zukunftszentren“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

Weitere Informationen
Lehrstuhl Gesundheit und Prävention der Universität Greifswald
Whitepaper: Zukunftsthemen und Unterstützungsbedarfe von KMU in MV im Jahr 2024

Ansprechpartner*innen an der Universität Greifswald

Dr. Jan Vitera
Zukunftszentrum MV+ | Bereichsleitung
Lehrstuhl Gesundheit und Prävention
Robert-Blum-Straße 13, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3141
jan.vitera@uni-greifswald.de 

Prof. Dr. Silke Schmidt-Schuchert
Lehrstuhl Gesundheit und Prävention
Robert-Blum-Straße 13, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3810
silke.schmidt@uni-greifswald.de