27.01.2026
Zukunft der KMU in MV: Menschen und Organisation wichtiger als Technologie
Wie gestalten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Mecklenburg-Vorpommern ihre Zukunft? Antworten liefert eine aktuelle Befragung von 515 Unternehmen, die im Rahmen des Projekts „Regionales Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern+ (ZMV+)“ vom Lehrstuhl Gesundheit und Prävention der Universität Greifswald durchgeführt wurde. Das zentrale Ergebnis: Für die meisten Betriebe stehen 2026 nicht Technologien, sondern Menschen sowie Organisation und Prozesse im Mittelpunkt der Zukunftsplanung.
Rund 73 Prozent der befragten Unternehmen verorten mindestens ein zentrales Zukunftsthema im Bereich Menschen, etwa bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften, bei der Qualifizierung und Weiterentwicklung von Beschäftigten oder bei Fragen der Führung. Auch Strukturen und Prozesse bleiben für viele Betriebe ein wichtiges Handlungsfeld. 44 Prozent der KMU beschäftigen sich 2026 mit der Weiterentwicklung ihrer Organisation und internen Abläufen.
Deutlich zurückhaltender fällt der Blick auf digitale und technologische Themen aus. Nur 19 Prozent der Unternehmen nennen Digitalisierung oder Technologien als Zukunftsthema. Im Vorjahr waren es noch 30 Prozent. Viele Betriebe geben an, aktuell keinen zusätzlichen Handlungsbedarf zu sehen oder andere Zukunftsthemen zu priorisieren.
Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich weiterhin Zurückhaltung. Rund 72 Prozent der KMU nutzen bislang keine KI. Wo KI bereits eingesetzt wird, handelt es sich überwiegend um vergleichsweise einfache Anwendungen, etwa zur Automatisierung von Arbeitsabläufen oder zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Unternehmen, die sich mit KI beschäftigen wollen, wünschen sich vor allem praxisnahe Unterstützung, wie Einstiegs- und Weiterbildungsangebote.
„Die Ergebnisse zeigen, wie schon in den vergangenen Jahren, dass KMU in Mecklenburg-Vorpommern ihre Zukunft vor allem als soziale und organisatorische Gestaltungsaufgabe verstehen. Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz spielen bislang nur in einigen Branchen eine größere Rolle“, sagt Dr. Jan Vitera, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Gesundheit und Prävention der Universität Greifswald. „Um KMU wirksam zu unterstützen, braucht es Angebote, die bei den konkreten Bedarfen der Unternehmen ansetzen und menschliche, organisatorische und technologische Aspekte sinnvoll miteinander verbinden.“
Das Whitepaper „Zukunftsthemen und Unterstützungsbedarfe von KMU in MV im Jahr 2026“ richtet sich an Akteure aus Wirtschaftsförderung, Politik und Beratung und soll eine Grundlage bieten, Unterstützungsangebote noch passgenauer auf die Bedarfe der Unternehmen auszurichten. Das Whitepaper steht unter Zukunftszentrum MV+ Whitepaper kostenlos zum Download bereit. Weitere Informationen zu den kostenfreien Angeboten des Zukunftszentrums MV+ sind unter Zukunftszentrum MV+ verfügbar.
Kontakt
Zukunftszentrum MV+ / Universität Greifswald
Dr. Jan Vitera
jan.vitera@uni-greifswald.de
+ 49 3834 420 3141
Zukunftszentrum MV+ / Universität Rostock
Wiebke Fröhlich
wiebke.froehlich@uni-rostock.de
+ 49 381 498 4381