KI könnte den Wert von Erfahrung verändern: Warum Weiterbildung für Beschäftigte wichtiger wird
Eine aktuelle ifo-Auswertung zeigt: Unternehmen erwarten durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz unterschiedliche Auswirkungen auf die Löhne. Besonders Beschäftigte mit wenig Berufserfahrung und ohne Hochschulabschluss könnten unter Druck geraten. Für Unternehmen und Beschäftigte wird damit eine Frage wichtiger: Welche Kompetenzen gewinnen in einer von KI geprägten Arbeitswelt an Bedeutung?
Künstliche Intelligenz könnte nicht nur verändern, wie Menschen arbeiten, sondern auch, welche Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt sind. Eine aktuelle Auswertung des ifo Instituts zeigt, dass viele Unternehmen für die kommenden fünf Jahre infolge des KI-Einsatzes mit sinkenden Löhnen rechnen – insbesondere bei Beschäftigten mit wenig Berufserfahrung und ohne (Fach-)Hochschulabschluss.
Bei Beschäftigten dieser Gruppe erwarten 53,3 Prozent der befragten KI-nutzenden Unternehmen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung sinkende Löhne. Bei mehr als fünf Jahren Berufserfahrung sind es 44,2 Prozent. Gleichzeitig sehen Unternehmen bei höher qualifizierten und erfahrenen Beschäftigten häufiger die Möglichkeit steigender Löhne. Die Auswertung basiert auf Angaben von mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland, die bereits KI einsetzen.
Für das Zukunftszentrum MV+ zeigt die Entwicklung vor allem eines: Der Wert von Kompetenzen verändert sich. „KI verändert nicht nur einzelne Tätigkeiten, sondern auch, welche Fähigkeiten im Betrieb überhaupt gefragt sind. In unserer Analyse der Forschungsliteratur zur Einführung von KI-Diensten gehören fehlende Kompetenzen neben Datenschutz und Vertrauen zu den am häufigsten genannten Hürden. Dabei geht es weniger darum, ein Werkzeug bedienen zu können, als darum, beurteilen zu können, wann ein KI-Ergebnis trägt und wann nicht“, sagt Leon Griesch, Experte für KI im Zukunftszentrum MV+.
Nicht weniger Arbeit, sondern andere Anforderungen
Die Ergebnisse des ifo Instituts bedeuten nicht automatisch, dass KI zu sinkenden Löhnen für Beschäftigte führt. Sie zeigen vielmehr, wie unterschiedlich Unternehmen die möglichen Auswirkungen von KI auf verschiedene Beschäftigtengruppen einschätzen. Je nach Qualifikation und Berufserfahrung rechnet ein erheblicher Teil der Unternehmen auch mit stabilen Löhnen.
Interessant ist vor allem die unterschiedliche Bewertung von Erfahrung und Qualifikation: Bei Beschäftigten mit (Fach-)Hochschulabschluss erwarten 26 Prozent der Unternehmen bei längerer Berufserfahrung einen positiven Lohneffekt durch KI. Bei niedrigqualifizierten Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung sehen dagegen nur 5,9 Prozent einen positiven Effekt.
Damit stellt sich für Unternehmen eine zentrale Frage: Wie können Beschäftigte die Kompetenzen entwickeln, die in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt gebraucht werden?
KI-Kompetenz wird zur Frage der Personalentwicklung
Für Unternehmen bedeutet der zunehmende Einsatz von KI, dass Weiterbildung stärker mit der technologischen Entwicklung verbunden werden muss.
Beschäftigte benötigen dabei nicht nur die Fähigkeit, einzelne KI-Anwendungen zu bedienen. Sie müssen auch verstehen, wie sich ihre Tätigkeiten verändern, welche Aufgaben KI übernehmen kann und wo menschliche Erfahrung weiterhin entscheidend ist.
„Unternehmen sollten KI-Einführung und Personalentwicklung nicht getrennt voneinander betrachten. Beschäftigte, die die Einführung aktiv mitgestalten, bauen dabei genau die Kompetenzen auf, die sie später im Umgang mit dem System brauchen. Beteiligung ist damit selbst ein Stück Weiterbildung – vorausgesetzt, die Hinweise der Beschäftigten verändern das System auch tatsächlich“, so Leon Griesch.
Gerade Beschäftigte mit weniger Berufserfahrung könnten dabei vor einer besonderen Herausforderung stehen. Wenn KI bestimmte Routineaufgaben übernimmt, über die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger bisher wichtige Erfahrungen gesammelt haben, stellt sich die Frage, wie diese Erfahrungsräume künftig geschaffen werden können.
Weiterbildung wird zum Bestandteil der KI-Strategie
Für Unternehmen kann daraus ein Perspektivwechsel entstehen: Weiterbildung ist nicht nur ein Instrument, um bestehende Qualifikationslücken zu schließen. Sie kann dazu beitragen, Beschäftigte auf veränderte Tätigkeiten vorzubereiten und neue Kompetenzen gezielt aufzubauen.
Dazu gehört beispielsweise die Frage, welche Aufgaben künftig von KI unterstützt oder übernommen werden und welche Fähigkeiten Beschäftigte benötigen, um diese Systeme sinnvoll einzusetzen und ihre Ergebnisse kritisch zu bewerten.
„Die entscheidende Frage ist nicht, ob KI bestimmte Aufgaben übernehmen kann. Entscheidend ist, was Menschen danach können müssen und wie Unternehmen ihnen ermöglichen, diese Kompetenzen zu entwickeln. Bei KI-Diensten ist das kein Projekt mit Enddatum: Die Systeme entwickeln sich im laufenden Betrieb weiter, deshalb müssen Beteiligung und Weiterbildung dauerhaft mitlaufen“, sagt Leon Griesch.
Die Ergebnisse des ifo Instituts zeigen damit einen möglichen langfristigen Wandel: KI könnte die Nachfrage nach bestimmten Fähigkeiten verändern und damit auch die Entwicklung von Löhnen beeinflussen. Für Unternehmen wird es deshalb wichtiger, technologische Veränderungen frühzeitig mit Kompetenzentwicklung und Personalplanung zu verbinden.
Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern dabei, Veränderungen der Arbeitswelt zu gestalten, Beschäftigte weiterzuentwickeln und neue Technologien sinnvoll in Arbeitsprozesse zu integrieren.
Quelle: ifo Institut, Unternehmen erwarten eher sinkende Löhne durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz, 12. August 2026. Auswertung der ifo Konjunkturumfrage vom Juni 2026 unter mehr als 3.000 Unternehmen in Deutschland, die bereits KI einsetzen.
KI zieht ins Personalwesen ein: Unternehmen müssen jetzt Arbeit und Verantwortung neu denken
Arbeitszeugnisse, Weiterbildung, Onboarding: Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz zunehmend für Aufgaben im Personalbereich ein. Für das Zukunftszentrum MV+ ist damit nicht nur eine technische Frage verbunden – sondern die Frage, wie sich Arbeit, Verantwortung und Kompetenzen verändern.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Personalarbeit. Laut einer aktuellen repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom setzen bereits 16 Prozent der Unternehmen KI für die individuelle Weiterbildung ihrer Beschäftigten ein. Weitere 58 Prozent können sich den Einsatz vorstellen. Auch beim Onboarding kommt KI zunehmend zum Einsatz: 14 Prozent nutzen entsprechende Anwendungen bereits, weitere 36 Prozent können sich dies vorstellen. Für die Erstellung von Arbeitszeugnissen nutzen 14 Prozent der Unternehmen KI.
Damit wird deutlich: KI ist längst auch in der Personalarbeit angekommen. Sie verändert zunehmend die Art und Weise, wie Unternehmen Beschäftigte gewinnen, einarbeiten und weiterentwickeln. Zugleich wirft sie neue Fragen nach Verantwortung und menschlicher Entscheidung auf.
Für das Zukunftszentrum MV+ wirft diese Entwicklung eine zentrale Frage auf: Welche Aufgaben können KI-Systeme sinnvoll übernehmen – und wo bleiben menschliche Entscheidung und Verantwortung unverzichtbar?
„Wenn KI Aufgaben im Personalbereich übernimmt, kann sie Prozesse erleichtern und die Beschäftigten unterstützen. Im Mittelpunkt müssen die Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Erfahrungen und beruflichen Perspektiven stehen. Daher müssen Unternehmen klar definieren, welche Entscheidungen weiterhin von Menschen getroffen werden und welche Kompetenzen dafür erforderlich sind“, sagt Kathleen Neumann, Expertin für Personalmanagement im Zukunftszentrum MV+.
Dabei müsse der Einsatz von KI nicht bedeuten, dass menschliche Arbeit überflüssig werde. Im Gegenteil: Gerade dort, wo KI administrative oder standardisierte Aufgaben übernimmt, könnten neue Freiräume für persönliche Betreuung, Kommunikation und anspruchsvollere Tätigkeiten entstehen.
Das zeigt sich beispielsweise beim Onboarding. Eine KI kann häufige Fragen beantworten und neue Beschäftigte bei der Orientierung unterstützen. Die persönliche Begleitung durch Kolleginnen und Kollegen oder Führungskräfte könne sie jedoch nicht vollständig ersetzen.
Besonders interessant ist der Blick auf Weiterbildung: Bereits 16 Prozent der Unternehmen nutzen KI, um die individuelle Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu unterstützen. Weitere 58 Prozent können sich einen solchen Einsatz vorstellen. Damit könnte KI künftig nicht nur selbst Gegenstand von Weiterbildung sein, sondern auch dabei helfen, Lernangebote stärker an individuellen Kompetenzen und Entwicklungsbedarfen auszurichten.
Für Unternehmen ergeben sich daraus aus Sicht des Zukunftszentrums MV+ drei zentrale Aufgaben:
Aufgaben statt ganze Berufe betrachten
Die Frage sollte nicht nur lauten, welcher Beruf durch KI verändert wird. Entscheidend ist, welche konkreten Tätigkeiten sich verändern und wo KI Beschäftigte unterstützen kann.
Verantwortung eindeutig festlegen
Auch wenn eine KI Texte erstellt, Informationen aufbereitet oder Empfehlungen gibt, müssen Unternehmen klären, wer die Ergebnisse prüft und wer letztlich für Entscheidungen verantwortlich ist.
Kompetenzen weiterentwickeln
Beschäftigte brauchen nicht nur technisches Wissen. Sie müssen auch lernen, KI-Ergebnisse kritisch einzuschätzen, sinnvoll in Arbeitsprozesse einzubinden und mit sensiblen Daten verantwortungsvoll umzugehen.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann darin eine Chance liegen. Wenn KI administrative Aufgaben übernimmt, könnten Beschäftigte mehr Zeit für Tätigkeiten gewinnen, bei denen Erfahrung, Kommunikation und menschliche Entscheidungen gefragt sind.
Gleichzeitig sollte die Einführung von KI nicht ausschließlich als technische Anschaffung betrachtet werden. „Ein neues KI-Tool verändert nicht automatisch eine Organisation. Entscheidend ist, wie es in die Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Kompetenzbereiche der Beschäftigten integriert wird und wie Führungskräfte die Beschäftigten auf diesem Weg begleiten“, so Kathleen Neumann.
Die aktuelle Bitkom-Erhebung zeigt zudem, dass viele Unternehmen beim Einsatz von KI im Personalbereich noch zurückhaltend sind. Als Gründe werden unter anderem Datenschutzbedenken und Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung des AI Act genannt.
Für Unternehmen beginnt die Auseinandersetzung mit KI im Personalwesen deshalb nicht bei der Frage, welches Tool angeschafft werden soll. Sie beginnt bei der Frage, wie gute Arbeit künftig organisiert werden soll.
Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern dabei, Veränderungen der Arbeitswelt zu gestalten, Beschäftigte weiterzuentwickeln und neue Technologien sinnvoll in betriebliche Prozesse zu integrieren.
Quelle: Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Repräsentative Befragung von 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland, durchgeführt in KW 18–25 2026.
Führung im Wandel: A-ROSA setzt auf individuelle Qualifizierung mit dem Zukunftszentrum MV+
Wie kann Führung in Zeiten organisatorischer Veränderungen gelingen? Dieser Frage hat sich A-ROSA gemeinsam mit dem Zukunftszentrum MV+ in einem individuellen Inhouse-Workshop gewidmet. Im Mittelpunkt der Weiterbildung „Gesprächsstark führen – Das ZMV+ Leadership Lab“ standen eine gemeinsame Führungskultur, gute Mitarbeitergespräche und der sichere Umgang mit herausfordernden Gesprächssituationen.
Der Kontakt zwischen A-ROSA und dem Zukunftszentrum MV+ entstand Anfang 2026 über LinkedIn. Nach einer ersten Teilnahme an der Weiterbildung „Ausbilder im Wandel – Impulse zur Kompetenzstärkung“ waren die Verantwortlichen bei A-ROSA von der praxisnahen und interaktiven Gestaltung des Angebots überzeugt. Im anschließenden Austausch entstand die Idee, eine Weiterbildung gezielt auf die aktuellen Herausforderungen des Unternehmens zuzuschneiden.
Denn A-ROSA befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem organisatorischen Veränderungsprozess: Mitarbeitende hatten neue Führungsverantwortung übernommen, gleichzeitig veränderten sich Aufgaben und Rollen bereits erfahrener Führungskräfte. Damit verbunden war der Wunsch, ein gemeinsames Verständnis von Führung zu entwickeln und Themen wie Personalentwicklung, Mitarbeitergespräche und die Förderung individueller Entwicklungspotenziale stärker zu vereinheitlichen.
Mit „Gesprächsstark führen – Das ZMV+ Leadership Lab“ wurde dafür ein passendes Workshopformat entwickelt. Fachliche Impulse, praxisnahe Übungen, Selbstreflexion und der Austausch untereinander bildeten die Grundlage der Weiterbildung. Auch das Lernprojekt SysTeam wurde von den Teilnehmenden als besonders wertvoll hervorgehoben.
„Gerade bei einem Thema wie Mitarbeiterführung ist es wichtig, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern konkrete Situationen aus dem Führungsalltag aufzugreifen“, sagt Lisa-Marie Heuer, Manager Culture & Development bei A-ROSA. Besonders hilfreich seien die Impulse für regelmäßige und gut vorbereitete Feedbackgespräche gewesen – auch im Umgang mit herausfordernden Gesprächssituationen.
Die Weiterbildung zeigte damit: Gute Führung ist nicht nur eine Frage von Methoden, sondern lebt von Reflexion, Austausch und der Fähigkeit, Gespräche bewusst zu führen. Durch den hohen Praxisbezug konnten die Teilnehmenden zahlreiche Impulse direkt in ihren Führungsalltag übertragen.
Das Beispiel A-ROSA zeigt zugleich, welchen Mehrwert individuell entwickelte Workshops bieten können: Unternehmen können konkrete Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag einbringen und gemeinsam mit dem Zukunftszentrum MV+ ein passendes Weiterbildungsformat entwickeln.
Auch andere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind herzlich eingeladen, mit ihren Beratungs- und Weiterbildungsbedarfen auf das Zukunftszentrum MV+ zuzukommen. Gemeinsam lassen sich passende Weiterbildungen entwickeln, die an den konkreten Herausforderungen im Unternehmen ansetzen und direkt im Arbeitsalltag anwendbar sind.
Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern dabei, Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten und Mitarbeitende sowie Führungskräfte für die Arbeitswelt von morgen zu stärken. Die Angebote reichen von Workshops und Beratungen bis hin zu individuell auf Unternehmen zugeschnittenen Formaten.
Praxis, Perspektiven, Lösungen: ZMV+ KONNEKT bringt Unternehmen zusammen
Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Fachkräftesicherung und Transformation beschäftigen Unternehmen heute mehr denn je. Doch die besten Lösungen entstehen oft dort, wo Erfahrungen geteilt, Perspektiven ausgetauscht und gemeinsam neue Wege entwickelt werden.
Genau hier setzt die ZMV+ KONNEKT an. Am 2. September 2026 bringt das Zukunftszentrum MV+ Unternehmen, Forschung und Praxis in Neustrelitz zusammen. Unternehmer:innen, Führungskräfte, Personalverantwortliche, Multiplikatoren und Interessierte sind herzlich eingeladen, einen Tag voller Impulse, Austausch und praxisnaher Einblicke zu erleben.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis. Vertreter:innen aus Wirtschaft und Praxis zeigen, wie sie mit aktuellen Fragestellungen umgehen, Veränderungen gestalten und neue Chancen nutzen. Mit dabei sind unter anderem Möwe Teigwarenwerk GmbH, das Strandhotel Ostseeblick, Mele Energietechnik GmbH und Happy Texx GmbH.
Ein besonderer Impuls erwartet die Teilnehmenden mit der Keynote „Erstklassig durch den Wandel: Was KMU von den Rostock Seawolves lernen können“ von Jens Hakanowitz, Sportvorstand der Rostock Seawolves. Der Vortrag zeigt, welche Erfolgsfaktoren aus dem Profisport auf Unternehmen übertragen werden können und welche Rolle Teamkultur, Führung und gemeinsame Ziele bei Veränderungsprozessen spielen.
Darüber hinaus bietet die ZMV+ KONNEKT vielfältige Möglichkeiten, eigene Fragestellungen einzubringen, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Unternehmen sowie Expert:innen auszutauschen.
In Workshops werden unter anderem folgende Themen aufgegriffen:
Künstliche Intelligenz und konkrete Einsatzmöglichkeiten im Unternehmensalltag
Nachhaltigkeit und Transformation
Reputation und Außenwirkung von Unternehmen
Unternehmensnachfolge und Entscheidungsprozesse
Fachkräftesicherung und moderne Unternehmenskultur
Ein weiterer Bestandteil der Veranstaltung ist das Panel „Resiliente Unternehmen für die Zukunft“, bei dem Expert:innen und Unternehmensvertreter:innen verschiedene Perspektiven auf erfolgreiche Unternehmensentwicklung diskutieren.
Nutzen Sie die Gelegenheit, neue Impulse zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam mit anderen Akteur:innen aus Mecklenburg-Vorpommern die Zukunft der Unternehmenspraxis zu gestalten.
Termin
Mittwoch, 2. September 2026
08:30 bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort
Leea – Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern
Am Kiefernwald 1
17235 Neustrelitz
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Das vollständige Programm sowie die Anmeldung finden Sie unter:
https://www.zukunftszentrum-mv.de/zmv-konnekt/
Wir freuen uns darauf, Sie bei ZMV+ KONNEKT begrüßen zu dürfen.
Grüne Energie, regionale Wurzeln: Ein Familienunternehmen auf Zukunftskurs
Das Unternehmen Mecklenburger Landpute GmbH
Vor 20 Jahren übernahmen die Söhne Armin und Frank Kremer die Geschäftsführung des in den 1990er Jahren vom Vater gegründeten Familienbetriebs Mecklenburger Landpute GmbH.
Das Ziel ist eine langsame, robuste und vitale Aufzucht der Tiere. Im Mittelpunkt steht dabei die nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern – stets im Einklang mit der Natur. Die Mecklenburger Landpute GmbH geht bewusst über die gängigen Tierwohlstandards hinaus und leistet so einen aktiven Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Schutz der Umwelt. Bei der Aufzucht des Bio-Geflügels setzt die Mecklenburger Landpute GmbH auf eine konsequent regionale und nachhaltige Wertschöpfungskette – von der Fütterung über die artgerechte Haltung bis zur schonenden Verarbeitung, alles aus eigener landwirtschaftlicher Erzeugung. So entsteht echte Bio-Qualität – durch Verantwortung, Transparenz und echtes Handwerk.
Genutzter Service: Beratung ¬– Der Weg zur Lösung
Begleitet wurde das Unternehmen vom Experten Marcus Triller. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stand die Frage, welche wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile eine Erweiterung der erneuerbaren Energieanlagen – darunter Photovoltaik und ein Blockheizkraftwerk – für das Unternehmen bringen könnte.
„Wir wollten wissen, wie wir durch den Ausbau unserer Photovoltaik und des Blockheizkraftwerks wirtschaftlich und ökologisch noch mehr herausholen können.“ Armin Kremer, Geschäftsführer
Auf der Grundlage einer detaillierten Energieanalyse wurden drei Schwerpunkte herausgearbeitet:
Mögliche Effizienzsteigerungen
Ansätze für ein verbessertes Energiemanagement
Potenziale zur Erweiterung der bestehenden nachhaltigen Energiegewinnung
Ankern, wo die Zukunft beginnt: Nachhaltige Energie für ein Leben auf dem Wasser
Das Unternehmen und die Herausforderung
Die InselRuhe Usedom GmbH ist auf den wasser- und landseitigen Betrieb sowie die Unterhaltung des Hafengeländes und der technischen Anlagen des Hafens Netzelkow spezialisiert. Das Aufgabenspektrum reicht von der Erbringung sämtlicher Serviceleistungen im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung des Hafengeländes über die Vermietung und Verpachtung von Bootsliegeplätzen, Bootspflege, Kranarbeiten, Reparaturen und Instandsetzungen bis hin zur Betreuung der Boote.
Für Inhaber Ingo Fangerow und Geschäftsführer Rainer Brosch stand die Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich die Steganlage nachhaltig und zukunftsfähig mit Energie versorgen? Um das Thema Energie richtig aufzustellen, holte sich das Unternehmen in Form einer Tiefenberatung Unterstützung beim Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern+.
„Dabei ging es weniger um eine klassische Schulung, sondern ganz konkret um die Erarbeitung eines Energiekonzepts für die nachhaltige Nutzung unserer Steganlage. Hier soll zukünftig Platz für bis zu 40 Hausbootyachten entstehen, die weitestgehend autark und nachhaltig einen einzigartigen Erlebnisurlaub ermöglichen sollen. Wir standen vor der Frage, wie wir das Thema Energie zukunftsfähig hier im Rahmen der örtlichen Bedingungen aufstellen können, und haben uns dafür Unterstützung über das Zukunftszentrum Mecklenburg-Vorpommern+ geholt.“ (Rainer Brosch, Geschäftsführer InselRuhe Usedom GmbH)
Der Weg zum Energiekonzept
Im Zuge der Beratung wurden gemeinsam mit verschiedenen externen Akteuren – zum Beispiel einem Elektromeister aus der Innung sowie weiteren Dienstleistern – unterschiedliche Ideen und Lösungsansätze gesammelt und diskutiert. Auf dieser Basis entstand ein Energiekonzept. Dabei blieb es nicht nur bei theoretischen Überlegungen: Für einzelne Aspekte wurden überschlägige Berechnungen vorgenommen, etwa zur Dimensionierung von Kabelquerschnitten oder Pufferspeichern.
Was hat sich im Unternehmen verändert?
Ein Blick zurück zeigt einen Gewinn an Klarheit, aus vielen einzelnen Ideen ist ein roter Faden geworden:
„Wir denken, dass wir durch die Beratung jetzt erstmals einen klaren Entwurf und eine Richtung haben, wohin die Reise beim Thema Energie gehen kann. Statt vieler Einzelideen haben wir nun ein zusammenhängendes Konzept, das zeigt, wie unsere Steganlage – orientiert an unseren betrieblichen Anforderungen – energetisch sinnvoll aufgebaut bzw. modernisiert werden könnte. Das hat intern für mehr Klarheit gesorgt und gibt uns eine gute Grundlage, um nächste Schritte fundiert zu planen und Entscheidungen nicht mehr nur aus dem Bauch heraus zu treffen.“ (Rainer Brosch, Geschäftsführer InselRuhe Usedom GmbH)
Fazit – Vom klarem Kurs zum guten Gefühl
„Wir danken Ihnen sehr für Ihre kontinuierliche Begleitung und Ihre Ideen bei der Gestaltung unserer Konfiguration des Energiekonzeptes. Insbesondere Ihre zuverlässige Abarbeitung der Aufgabenstellung hat uns sehr geholfen im Planungsprozess sogenannte „pain points“ stärker zu fokussieren. Danke auch für Ihre Geduld im Gesamtprozess der durch verschiedene äußere Einflüsse nicht immer so kontinuierlich ablief wie, wir es uns gewünscht hätten. Danke, dass Sie uns auf dem Weg bis hier begleitet haben.“ (Rainer Brosch, Geschäftsführer InselRuhe Usedom GmbH)
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Blick in die Praxis: Wareneingang trifft auf Automation
Das Unternehmen und die Ausgangssituation
Die BVS Systemtechnik, ein Unternehmen der BVS Gruppe, produziert seit 2018 am Standort Schwerin kundenspezifische Blechprodukte für Branchen wie Luftfahrt, Maschinenbau, Medizintechnik und Elektrotechnik. Während viele Unternehmensbereiche bereits digitalisiert sind, zeigte sich im Prozess des Wareneingangs weiteres Optimierungspotenzial.
Genutzter Service: Vertiefte Beratung – das KI-gestützte Digitalisierungsprojekt Wareneingang
Ziel des gemeinsamen Projekts mit dem ZMV+ war es, eingehende Waren automatisiert zu erfassen und die entsprechenden Daten vollständig digital in die angebundenen Softwaresysteme zu überführen. Um geordnet im Projekt vorzugehen, erarbeitet das Unternehmensteam gemeinsam mit dem Beratungsteam des ZMV+ konkrete Schritte: Mittels Beobachtungen des Arbeitsalltags und gezielter Befragungen wurden einzelnen Prozessschritte systematisch erhoben. Die gewonnenen Informationen wurden in einem Unternehmensmodell mit Fokus auf Geschäftsprozesse, Akteure und technologische Komponenten abgebildet sowie anschließend im Team diskutiert und bewertet. Daraus wurde abschließend eine Arbeitsgrundlage, für die künftige Gestaltung gemeinsamer Zusammenarbeit, erstellt.
Zur Digitalisierung des Prozesses „Wareneingang“ wurden verschiedene Technologien berücksichtigt – darunter Robotic Process Automation (RPA) sowie KI-basierte Ansätze. Gemeinsam mit dem Projektteam wurde ein umsetzungsorientiertes Konzept diskutiert und festgehalten.
Was hat sich insgesamt im Unternehmen verändert?
Das Projekt brachte im Unternehmen sowohl in der Prozessgestaltung als auch in der Arbeitskultur wichtige Veränderungen mit sich:
Festlegung klarer Abläufe: Erarbeitung strukturierter Arbeitsprozesse zur Erfassung von Geschäftsprozessen, Unternehmensmodellierung und Entwicklung einer Soll-Konzeption.
Impuls für eine KI-Strategie: Um KI-Potenziale zukünftig besser ausschöpfen und Synergien innerhalb der BVS Gruppe nutzen zu können, wird nun eine unternehmensweite KI-Strategie entwickelt.
Synergieeffekte bestehender Tools: Während des Projekts zeigte sich, dass bereits vorhandene Softwarelösungen im Unternehmen, nach gezielter Erweiterung ihres Funktionsumfangs, viele weitere Prozesse – über den Wareneingang hinaus – automatisieren können.
KI zieht in den Arbeitsalltag ein: Die Hemmungen bezüglich des Einsatzes von KI wurden deutlich reduziert, die Belegschaft nutzen die Tools bei der Textverarbeitung, bei Recherchen oder auch für Zusammenfassungen, was zeitaufwändige Tätigkeiten stark reduziert.
Fazit
„Die Zusammenarbeit hat uns deutlich aufgezeigt, welche Potenziale durch KI verfügbar sind. Vor allem der Aufbau von Grundwissen und die Erörterung der Möglichkeiten waren für uns wichtig, darauf konnten wir sehr gut aufbauen und unsere eigenen Lösungen erarbeiten. Die Hemmungen bezüglich des Einsatzes von KI bei den Mitarbeitenden konnten deutlich reduziert werden.“ (Christian Tochtenhagen, Geschäftsführer BVS Systemtechnik GmbH)
Tourismus im Realitätscheck: Wie Betriebe aktuelle Herausforderungen einordnen und Zukunftsperspektiven entwickeln
Fachkräftemangel, steigende Erwartungen von Gästen und ein sich stetig wandelndes Umfeld – viele Tourismusbetriebe stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Doch was bedeutet das konkret für den Arbeitsalltag? Und wie können Betriebe Entwicklungen besser einordnen und für sich nutzen?
Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit praxisnahen Weiterbildungen rund um Zukunftsthemen.
Ein zentraler Baustein ist die Weiterbildung „Realitätscheck Tourismus – Austausch, Einordnung und Orientierung für Betriebe im Tourismus“. Sie bietet Raum für Austausch, Reflexion und neue Impulse für die betriebliche Praxis.
Wir haben mit Henry Foth, Experte für Nachhaltigkeit im Zukunftszentrum MV+, darüber gesprochen, welche Herausforderungen Betriebe aktuell bewegen, wo Chancen liegen und warum es sich lohnt, Entwicklungen bewusst einzuordnen.
Schön, dass du dir Zeit für das Gespräch nimmst! Die Weiterbildung richtet sich gezielt an Unternehmen aus dem Tourismus. Was hat dich dazu bewegt, dieses Angebot zu entwickeln?
Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist eine unglaublich wichtige Branche, gleichzeitig erleben viele Betriebe gerade große Veränderungen im Alltag. Mir war wichtig, ein Angebot zu schaffen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern Raum für Austausch und Orientierung bietet. Viele Unternehmer:innen haben wenig Zeit, sich bewusst mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen. Genau dort setzt die Weiterbildung an: Sie soll helfen, aktuelle Entwicklungen besser einzuordnen und gemeinsam auf die Realität der Branche zu schauen.
Wenn du die Weiterbildung in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Praxisnah, ehrlich und zukunftsorientiert. Praxisnah, weil konkrete Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag im Mittelpunkt stehen. Ehrlich, weil wir offen über aktuelle Schwierigkeiten sprechen. Zukunftsorientiert, weil der Blick immer auch auf Lösungsansätze und Perspektiven gerichtet ist.
Wenn du auf die aktuelle Situation im Tourismus blickst: Was beschäftigt dich und die Betriebe im Moment besonders?
Ich nehme wahr, dass sich viele Betriebe in einer Phase großer Unsicherheit befinden. Rahmenbedingungen verändern sich schnell, während die Anforderungen im Alltag kontinuierlich steigen. Viele fragen sich: Welche Entwicklungen sind wirklich relevant? Worauf sollte man sich fokussieren? Und wie bleibt neben dem operativen Geschäft Raum für strategische Themen? Gerade diese Frage nach Orientierung beschäftigt viele Betriebe aktuell stark.
Viele Betriebe stehen vor großen Herausforderungen – etwa beim Thema Personal oder steigenden Erwartungen der Gäste. Was erlebst du hier konkret?
Das Thema Personal spielt für viele Betriebe eine zentrale Rolle. Mitarbeitende zu finden und langfristig zu halten, ist in vielen Bereichen schwierig geworden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Gäste – etwa bei Service, Flexibilität oder digitalen Angeboten. Hinzu kommen wirtschaftlicher Druck durch steigende Kosten und saisonale Schwankungen. Viele Betriebe leisten enorm viel und arbeiten teilweise an ihrer Belastungsgrenze.
Gleichzeitig bringt Veränderung ja auch Chancen mit sich. Wo siehst du aktuell positive Entwicklungen für die Branche?
Ich sehe viele Betriebe, die sehr engagiert und kreativ mit Veränderungen umgehen. Gerade kleinere Unternehmen haben oft eine große Nähe zu ihren Gästen und können flexibel auf neue Anforderungen reagieren.
Außerdem wächst das Bewusstsein für Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur. In diesen Bereichen bringen viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bereits starke Grundlagen mit. Genau darin liegen aus meiner Sicht große Chancen – besonders für Unternehmen, die authentisch bleiben und ihre eigenen Stärken sichtbar machen.
Gerade kleinere Betriebe haben oft wenig Zeit und Ressourcen. Welche ersten Schritte empfiehlst du, um sich gut für die Zukunft aufzustellen?
Der wichtigste Schritt ist aus meiner Sicht, sich bewusst Zeit für Reflexion zu nehmen. Oft muss nicht sofort alles verändert werden. Viel wichtiger ist zunächst die Frage: Wo steht der eigene Betrieb aktuell?
Hilfreich ist es außerdem, Prioritäten zu setzen und nicht zu versuchen, alle Entwicklungen gleichzeitig abzudecken. Kleine, realistische Schritte sind oft wirksamer als große Pläne, die sich im Alltag kaum umsetzen lassen. Auch der Austausch mit anderen Betrieben kann dabei sehr wertvoll sein.
Im Workshop geht es um Austausch und Orientierung. Was ist dir dabei besonders wichtig – und was können die Teilnehmenden für sich mitnehmen?
Mir ist wichtig, dass ein offener und ehrlicher Austausch entsteht. Viele Herausforderungen ähneln sich, auch wenn die Betriebe unterschiedlich aufgestellt sind. Oft hilft es bereits zu merken, dass andere mit ähnlichen Fragen konfrontiert sind.
Die Teilnehmenden sollen mehr Klarheit gewinnen, Entwicklungen besser einordnen können und konkrete Denkanstöße für den eigenen Betrieb mitnehmen. Gleichzeitig soll der Workshop Mut machen, sich aktiv mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen, ohne dabei den Anspruch zu haben, sofort alles perfekt lösen zu müssen.
Vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke! Das Interview zeigt: Der Tourismus steht vor vielfältigen Herausforderungen – gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Betriebe, die sich aktiv mit Veränderungen auseinandersetzen und den Austausch suchen.Die Weiterbildung „Realitätscheck Tourismus – Austausch, Einordnung und Orientierung für Betriebe im Tourismus“ findet am 16.06.2026 von 9:00 bis 12:00 Uhr digital statt.
Künstliche Intelligenz im Unternehmen: Wie der Einstieg strategisch gelingt
Künstliche Intelligenz ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit konkreten Einsatzmöglichkeiten und der Frage, wie sich KI sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren lässt. Gleichzeitig bestehen weiterhin Unsicherheiten: Welche Anwendungen sind wirklich relevant? Welche Voraussetzungen braucht es im Unternehmen? Und wie gelingt ein erfolgreicher Einstieg?
Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt KMU in Mecklenburg-Vorpommern mit praxisnahen Weiterbildungen dabei, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten.
Ein zentraler Baustein ist der Workshop „Zusammenarbeit mit KI gestalten – Strategien für die Einführung in der Organisation“. Im Fokus stehen konkrete Anwendungsbeispiele, strategische Fragestellungen und die gemeinsame Reflexion der eigenen Ausgangssituation.
Wir haben mit Bettina Michl, Expertin für Aus- und Weiterbildung, und Leon Griesch, Experte für Digitalisierung und KI im Zukunftszentrum MV+, darüber gesprochen, welche Fragen Unternehmen aktuell bewegen, wo Chancen liegen und wie ein guter Einstieg in die Arbeit mit KI gelingen kann.
Schön, dass ihr euch Zeit für das Gespräch nehmt! Der Workshop beschäftigt sich mit der Einführung von KI in Organisationen. Was hat euch dazu bewegt, diese Weiterbildung zu entwickeln?Bettina Michl:
Ich komme aus dem Innovationsmanagement und habe viele Unternehmen dabei begleitet, innovative Methoden oder neue Prozesse einzuführen. Die Anwendung von künstlicher Intelligenz stellt Organisationen vor ähnliche, wenn nicht sogar größere Herausforderungen. Es ist zentral, dass sich Unternehmen im Vorhinein darüber bewusst werden, damit eine Einführung erfolgreich wird und Anwendungen der künstlichen Intelligenz ihr Potenzial auch wirklich entfalten können.
Leon Griesch:
Wir führen am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik viele Tiefenberatungen durch. Dabei sind einige Stolpersteine und Erfolgsfaktoren sichtbar geworden. Diese sollten so früh wie möglich adressiert werden, um Zeit und Kosten zu sparen. Wie im Leistungssport erspart einem fundiertes Wissen und gute Vorbereitung Frustrationen und Rückschläge.
Wenn ihr den Workshop in drei Worten beschreiben müsstet – welche wären das?Bettina Michl:
Informativ – interaktiv – evolvierend.
Wenn ihr auf die aktuelle Entwicklung rund um KI blickt: Was beschäftigt euch und die Unternehmen im Moment besonders?Leon Griesch:
Das hängt sehr von der Unternehmensgröße, der Branche und auch dem Standort ab. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einige pionierhaften Betriebe in puncto Digitalisierung– teils angetrieben durch Konzernanforderungen von außerhalb – sowie mittelständische Unternehmen, die frühzeitig begonnen haben, KI in ihre Prozesse zu integrieren. Diese Frage können wir nicht repräsentativ, sondern nur anekdotisch beantworten. Es scheint jedoch, als fänden chatbasierte Sprachmodelle den breitesten Zuspruch, auch weil sie teilweise in bestehende Unternehmenssoftwaresysteme eingebunden sind. Allerdings wird ihr Potenzial noch selten voll ausgeschöpft. Gerade der Einsatz in Produktionsprozessen beziehungsweise in der direkten Wertschöpfung ist unserer Erfahrung nach noch ausbaufähig.
Bettina Michl:
In einer repräsentativen Umfrage des ZMV+ war für 45 % der befragten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern der „Einsatz künstlicher Intelligenz“ ein wichtiges Thema. Gleichzeitig sahen die Unternehmen darin auch den größten Unterstützungsbedarf. 71,2 % der befragten Unternehmen nutzen derzeit keine KI-Anwendungen – das läuft dem bundesweiten Trend deutlich entgegen. Hier sind sicher Sensibilisierung, Wissensvermittlung, Aufklärung und Austausch mit Peers gefragt – Aspekte, die wir auch durch den Workshop stärken möchten.
Viele Organisationen stehen vor neuen Herausforderungen – etwa bei der Auswahl geeigneter Anwendungen oder beim Thema Datenschutz. Was erlebt ihr hier konkret in der Praxis?Leon Griesch:
Ja, das Thema Datenschutz ist sehr wichtig. Viele Organisationen orientieren sich an den hoch performanten KI-Modellen aus den USA und sind dann schnell enttäuscht, dass datenschutzkonforme Alternativen meist teurer sind und weniger leisten. Hier gilt es, die Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und sich auf Kernprozesse zu fokussieren, um Aufwand und Nutzen in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen.
Gleichzeitig bringt der Einsatz von KI ja auch viele Chancen mit sich. Wo seht ihr aktuell besonders großes Potenzial für Unternehmen?Bettina Michl:
Im Einsatz von KI-Agenten und Agentensystemen in enger Kollaboration mit menschlichen Mitarbeitenden steckt noch viel Potenzial. Außerdem in der Nutzung von künstlicher Intelligenz in Kernprozessen und der Neuproduktentwicklung, aber auch zur Entlastung der Mitarbeitenden – um dem Fachkräftemangel beziehungsweise dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. In Mecklenburg-Vorpommern liegt das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden bei 50 Jahren – hier kann KI helfen, Entwicklungen abzufedern.
Gerade kleinere und mittlere Unternehmen haben oft begrenzte Ressourcen. Welche ersten Schritte empfehlt ihr, um sich dem Thema KI sinnvoll zu nähern?Bettina Michl:
Wissen aufbauen, Vorbilder suchen und externe Beratungen nutzen, Themenbeauftragte finden und abteilungsübergreifende Arbeitsgruppen bilden. Außerdem sollten Vor- und Nachteile für Unternehmen und Mitarbeitende klar herausgearbeitet und adressiert werden.
Leon Griesch:
Wichtig sind auch die unternehmerischen Ressourcen sowie technische Voraussetzungen, Datenqualität und -verfügbarkeit, Fachwissen und Fachpersonal. Entscheidend ist zudem, inwieweit KI zum Geschäftsmodell, zu den Unternehmenszielen und zu den Kund:innen passt. Diese Frage sollte frühzeitig geklärt werden.
Bettina Michl:
Ganz zentral ist außerdem, dass die Geschäftsführung den Prozess unterstützt und aktiv begleitet, Mitarbeitende mitgenommen und beteiligt werden und es engagierte Botschafter im Unternehmen gibt, die sich für das Thema einsetzen und andere unterstützen.
Im Workshop geht es auch um Reflexion und strategische Einordnung. Was ist Euch dabei besonders wichtig – und was können die Teilnehmenden konkret mitnehmen?Leon Griesch:
Ein technologisches Basiswissen sowie Einblicke in ausgewählte Anwendungsbereiche und ein Gefühl für das Potenzial gängiger Anwendungen durch eigenes Ausprobieren.
Bettina Michl:
Neben der strategischen Betrachtung und inspirierenden Einsatzszenarien aus Mecklenburg-Vorpommern wollen wir eine erste Verortung der eigenen Organisation ermöglichen. Außerdem hoffen wir auf einen Austausch, in dem Teilnehmende Erfahrungswissen teilen und konkrete Impulse für den Arbeitsalltag mitnehmen.
Vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke!
Das Interview zeigt: Die Einführung von Künstlicher Intelligenz ist für viele Unternehmen ein wichtiger Schritt – bringt aber auch neue Fragen und Herausforderungen mit sich. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit den eigenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und den Einsatz strategisch zu gestalten.
Ausbilder:innen im Wandel: Ein Gespräch über neue Rollen, Kommunikation und Ausbildungsqualität
Ausbildung ist ein zentraler Hebel für die Fachkräftesicherung – insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Gleichzeitig stehen Ausbilder:innen vor wachsenden Herausforderungen: veränderte Erwartungen junger Menschen, steigende Anforderungen im Arbeitsalltag und der Wunsch nach zeitgemäßer, wertorientierter Ausbildung. Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt Ausbilder:innen und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit praxisnahen Weiterbildungen dabei, ihre Ausbildungsarbeit zukunftsfähig zu gestalten.Ein zentraler Baustein dabei ist die Weiterbildung „Ausbilder:innen im Wandel – Impulse zur Kompetenzstärkung“. Wir haben mit Carola Riehl, Expertin für Aus- und Weiterbildung im Zukunftszentrum MV+, darüber gesprochen, warum Ausbilder:innen heute eine Schlüsselrolle einnehmen und wie sie gezielt gestärkt werden können.Schön, dass du dir Zeit für dieses Gespräch nimmst! Die Weiterbildung richtet sich gezielt an Ausbilder:innen. Was hat dich persönlich dazu motiviert, dieses Angebot zu entwickeln?
Meine Motivation ist tatsächlich aus zwei Perspektiven entstanden. Zum einen habe ich Schüler:innen im Einzel- und Gruppencoaching in ihrer Berufs- und Studienorientierung begleitet. Dabei habe ich direkt erlebt, wie viel Potenzial, aber auch wie viel Unsicherheit und Orientierungsbedarf junge Menschen mitbringen. Gerade die Gen Z ist unglaublich reflektiert, sinnorientiert und anspruchsvoll – im positiven Sinne. Sie wollen verstehen, warum sie etwas tun, mitgestalten und ernst genommen werden.
Zum anderen kenne ich als Wirtschaftspädagogin mit Ausbilderschein auch die Perspektive der Ausbilder:innen sehr gut. Ich weiß, wie vielfältig ihre Rolle ist: Fachkraft, Führungsperson, Motivator:in, Konfliktlöser:in, manchmal auch Ersatz-Elternteil – und das alles neben dem Tagesgeschäft. Diese Rollenvielfalt ist spannend, aber auch herausfordernd.
Mich hat das Zusammenspiel dieser beiden Welten fasziniert – die Weiterbildung ist für mich deshalb eine Brücke. Ich sehe mich dabei weniger als „Wissensvermittlerin“, sondern als Lernprozessbegleiterin – sowohl für Auszubildende als auch für Ausbilder:innen.
Du hast gerade schon angesprochen, wie vielfältig die Rolle von Ausbilder:innen ist. Wenn du die Weiterbildung in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Wertschätzend
In unserer Weiterbildung fangen wir nicht bei Null an – ganz im Gegenteil. Jede:r Ausbilder:in bringt einen enormen Erfahrungsschatz mit. Und ich nenne das ganz bewusst einen Schatz. Manchmal ist dieser Schatz nur etwas verschüttet vom Arbeitsalltag und darf wieder sichtbar werden.
Austausch
Wer in unserer Weiterbildung sitzt, wird vermutlich feststellen: Ich rede gar nicht so viel. Mir geht es nicht um lange Vorträge, sondern um echten Dialog, Perspektivwechsel und gemeinsame Ideenentwicklung.
Motivierend
Ich möchte Impulse setzen – manchmal neue, manchmal solche, die an etwas erinnern, das schon da war. Wenn am Ende wieder mehr Klarheit, Freude an der Rolle und neue Energie spürbar ist, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Ausbildung wird oft als reine Wissensvermittlung verstanden. Warum greift dieses Verständnis heute zu kurz?
Spannende Frage – als Pädagogin denke ich dabei direkt an das Modell der vollständigen Handlung. Dabei geht es darum, Lernende nicht nur mit Informationen zu versorgen, sondern sie durch einen gesamten Lernprozess zu begleiten: informieren, planen, entscheiden, umsetzen, reflektieren.
Genau deshalb greift reine Wissensvermittlung heute zu kurz. Wissen allein reicht nicht aus, um sicher und selbstständig handeln zu können. In der Ausbildung geht es darum, Kompetenzen zu entwickeln – also Wissen anzuwenden, Verantwortung zu übernehmen, Zusammenhänge zu verstehen und das eigene Handeln zu hinterfragen.
Ich sehe Ausbildung daher nicht als „Erklären und Vormachen“, sondern als Gestalten von Lernprozessen. Auszubildende brauchen Raum, um Dinge selbst auszuprobieren, Entscheidungen zu treffen und aus Erfahrungen zu lernen. Erst dadurch entsteht echte Handlungskompetenz.
Welche Herausforderungen begegnen Ausbilder:innen aktuell besonders häufig?
Ausbilder:innen bewegen sich heute in einem sehr vielschichtigen Spannungsfeld. Sie vereinen unterschiedlichste Rollen – von Fachkraft über Führungsperson bis hin zur Lernbegleitung – und das oft parallel zum Tagesgeschäft.
Hinzu kommen Fragen rund um Motivation, sowohl die eigene als auch die der Auszubildenden, unterschiedliche Erwartungshaltungen zwischen Generationen sowie der Umgang mit sehr heterogenen Lernvoraussetzungen. Themen wie Ausbildungsabbrüche, Zeitdruck im Betrieb oder eine gelingende Feedback- und Kommunikationskultur spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig sehe ich darin weniger Probleme als vielmehr Entwicklungsfelder. Genau hier liegt enormes Potenzial, Ausbildung bewusst zu gestalten und als echten Lernraum zu verstehen.
Ein Schwerpunkt der Weiterbildung liegt auf Kommunikation und Feedback. Warum gerade diese Themen?
Kommunikation und Feedback sind keine „Zusatzthemen“ in der Ausbildung – sie sind die Grundlage für gelingende Zusammenarbeit. Und trotzdem erleben wir im Alltag, wie anspruchsvoll beides sein kann.
Kommunikation begleitet uns zwar ständig, aber sie passiert nicht automatisch klar und zielführend. Unterschiedliche Wahrnehmungen, Erwartungen oder auch das klassische Vier-Ohren-Modell zeigen, wie schnell Botschaften anders ankommen als beabsichtigt. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen, die eigene Werte, Kommunikationsgewohnheiten und Erwartungen mitbringen, braucht es deshalb ein bewusstes, reflektiertes Kommunikationsverhalten.
Feedback wiederum ist ein zentraler Motor für Lernen. Gleichzeitig ist Feedback mehr als nur Lob oder Kritik – es geht um eine Haltung und den Austausch auf Augenhöhe, der Wachstum überhaupt erst möglich macht. Für Ausbilder:innen bietet es wiederum die Chance, die eigene Rolle immer wieder zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Auch die Generation Z ist Teil der Weiterbildung. Was sollten Ausbilder:innen über junge Auszubildende heute wissen?
Erst einmal: Sätze wie „Früher war alles anders“ oder „Das hätte es früher nicht gegeben“ kennen wir vermutlich alle. Sie halten sich hartnäckig – sind aber kein besonders hilfreiches Mindset für die Zusammenarbeit mit der Gen Z.
Was Ausbilder:innen wissen sollten: Viele junge Menschen (nicht alle) legen großen Wert auf Individualität, Sinnhaftigkeit und soziale Verantwortung. Sie möchten verstehen, warum sie etwas tun, wollen beteiligt werden und ernst genommen werden. Gleichzeitig sind sie digital aufgewachsen – Kommunikation läuft oft schneller, direkter und selbstverständlich über das Smartphone.
Und wenn wir ehrlich sind: Begriffe wie Sinn, Verantwortung oder Mitgestaltung sprechen uns doch alle an.
Welche drei Tipps würdest du Ausbilder:innen mitgeben, die ihre Ausbildungsarbeit weiterentwickeln möchten?Regelmäßig echte Gespräche führen
Nicht nur Feedback „zwischen Tür und Angel“, sondern bewusst gesetzte Gesprächsmomente für Reflexion und Feedback – das zeigt auch Wertschätzung!
Verantwortung schrittweise übergeben
Auszubildende wachsen mit ihren Aufgaben: Übertragt Verantwortung und gebt Vertrauen im Rahmen der Möglichkeiten des jeweiligen Berufsfeldes. Schafft dabei Transparenz, denn nicht alle Erwartungen an Aufgaben sind den Auszubildenden von Anfang an klar.
Bewusste Planung der Ausbildung
Nehmt euch die Zeit, die Ausbildung gezielt zu planen und vorzubereiten: Was soll gelernt werden? Welche Entwicklungsschritte erwartet ihr? Mit welchem Know-how sollen die Auszubildenden die Ausbildung beenden?
Und: Tauscht euch mit anderen Ausbilder:innen in eurem Unternehmen oder in einem Ausbilder:innen-Netzwerk (oder in unseren Weiterbildungen) aus, um neue Impulse zu erhalten.
Vielen Dank für das offene Gespräch und die praxisnahen Impulse! Das Interview zeigt: Ausbildung ist heute mehr als Wissensvermittlung. Sie lebt von Haltung, Kommunikation und der bewussten Gestaltung der Ausbilder:innenrolle. Wer sich diesen Themen widmet, stärkt nicht nur Auszubildende, sondern auch das eigene Unternehmen.